Ist für eine wissenschaftliche Transkription ein KI-Transkript ausreichend oder eine manuelle Transkription nötig? Welche Transkriptionsregeln sollen beim wissenschaftlichen Transkript genutzt werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema der wissenschaftlichen Transkription für Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen. 

Transkriptionsregeln: Nach welchen Regeln soll transkribiert werden?

Transkriptionsregeln sind Vorgaben die beschreiben, wie die Transkription erstellt werden soll. Es geht also nicht um die qualitative Auswertung fertiger Transkripte, sondern darum, wie das Transkript verfasst wird. 

Einfaches Transkript

Viele Studierende planen, als spätere Auswertungsmethode, ein qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Zu diesem Zweck ist meistens ein einfaches Transkript ausreichend:

  • Hochdeutsch geschrieben
  • Leicht geglättet
  • Füllwörter wie „ähm“ und Versprecher werden weggelassen
  • Unverständliche Stellen werden gekennzeichnet
  • Die Aussagen werden mittels „A:“ und „B:“ oder anderen Kürzeln den Sprechenden zugeordnet.

Das einfache Transkript kann in der Abschlussarbeit als „in Anlehnung“ an das inhaltlich-semantische Transkriptionsmodell von Dresing und Pehl (Seite 21f Dresing, Thorsten/Pehl, Thorsten: Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Auflage. Marburg, 2018. ) angeführt werden. Es ist ähnlich, aber vereinfacht und nicht ident, daher „in Anlehnung“.

Inhaltlich-semantische Transkription nach Dresing und Pehl

Bei dieser Form der Transkription wird eine Stufe genauer transkribiert als bei einem einfachen Transkript. Es werden beispielsweise auch Pausen angegeben und Satzabbrüche gekennzeichnet. Auch Nonverbales wird angeführt, beispielsweise (seufzt). So entsteht in Summe ein Transkript, das deutlich aussagekräftiger ist als das einfache Transkript, da hier schlichtweg mehr Aspekte berücksichtigt werden.

Während das einfache Transkript den Fokus wirklich sehr stark auf den Inhalt der Aussagen legt, inkludiert das inhaltlich-semantische Transkriptionsmodell von Dresing und Pehl zusätzliche Merkmale. Dieses Format ist weit verbreitet und preislich nur minimal teurer als das einfache Transkript.

Erweiterte inhaltlich-semantische Transkription

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, führen diese Transkriptionsregeln, die ebenfalls von Dresing und Pehl (siehe Quelle oben bzw. dortig Seite 23f) stammen, zu einem noch genaueren Transkript. Hier werden beispielsweise unterschiedliche Pausenlängen beachtet und sogar Füllwörter möglichst genau erfasst.

Die erweiterte inhaltlich-semantische Transkription ist sinnvoll, wenn eine komplexere Auswertungsmethode als die Inhaltsanalyse geplant wird. Wer ganz genau wissen möchte, was exakt gesagt wurde und auch, wie es gesagt wurde, kann eine erweiterte inhaltlich-semantische Transkription beauftragen.

Kleine Abweichungen zwischen Transkription und dem tatsächlich Gesagten lassen sich meist nicht vermeiden. Die Kosten für ein Transkript mit diesen erweiterten Regeln liegen etwas höher als bei einem einfachen Transkript, da eine so genaue Transkription, inklusive Füllwörter, sehr zeitintensiv ist.

Transkriptionsregeln nach Kuckartz

Ebenfalls sehr beliebt und oftmals genutzt werden die Transkriptionsregeln von Kuckartz (Quelle: Analyse qualitativer Daten mit MAXQDA: Text, Audio und Video (1. Auflage). 2019. Wiesbaden: Springer VS. Seite 44 ff.). Diese Transkriptionsregeln sind jenen von Dresing und Pehl durchaus ähnlich. Sie eignen sich, um anschließend per MAXQDA ausgewertet zu werden.

Ein Unterschied zum einfachen Transkript ist, dass Betontes unterstrichen und Lautes durch Großschrift gekennzeichnet wird. Die Transkription nach Kuckartz ist somit genauer als ein einfaches Transkript.

Tipp: Welche Transkriptionsregeln soll ich nutzen?

Für eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ist das einfache Transkript die häufigste Wahl. Viele Studierende möchten jedoch auf Nummer sicher gehen. Für Bachelorarbeiten und Masterarbeiten werden daher oft die Regeln von Kuckartz oder Dresing und Pehl genutzt.

Für die Erstellung der Transkription mit zusätzlichen Regeln ist ein manuelles Transkript meist die beste Wahl.

Wissenschaftliche Transkription: Manuell transkribieren oder KI-Transkript erstellen?

Gleich vorab: Wir bieten sowohl die langjährig etablierte manuelle Transkription an als auch reine KI-Transkripte. Daher können wir die Frage, wann ein KI-Transkript und wann die manuelle Transkription besser ist, unvoreingenommen beantworten.

Wann sollte manuell transkribiert werden?

Je umfangreicher die Transkriptionsregeln, desto wichtiger ist die manuelle Transkription. Details wie Pausen und Betonungen können nur bei einem manuellen Transkript beachtet werden. Ebenso kann bei der manuellen Transkription gleich anonymisiert werden.

Bei den meisten Bachelor- und Masterarbeiten kommt daher die manuelle Transkription zum Einsatz.

Wann ist eine KI-Transkription ausreichend?

Für wissenschaftliche Arbeiten ist die KI-Transkription meist ungeeignet. Einerseits, weil keine zusätzlichen Transkriptionsregeln berücksichtigt werden können. Andererseits, weil die meisten Studierenden unter Zeitdruck stehen und nicht stundenlang KI-Transkripte nachbearbeiten können.

Der Nachbearbeitungsaufwand von per KI erstellten Transkripten ist nicht zu unterschätzen. Selbst wenn ein KI-Transkript auf den ersten Blick gut aussieht, dauert es lange, alles nochmal zu lesen, zu hören und nachzubessern.

Last but not least verbieten mache Universitäten und Fachhochschulen den Einsatz von KI. In diesem Fall sollte jedenfalls manuell transkribiert werden, da KI-Transkripte typischerweise recht einfach zu erkennen sind.

Ein KI-Transkript ist für Studierende ausreichend, die rein nur den Inhalt des Gesagten analysieren möchten und die viel Zeit haben, um das KI-Transkript noch selbst nachzubearbeiten und keinerlei Beratung hinsichtlich der Methode oder der Auswertung benötigen.

Wissenschaftliche Transkription: Die wichtigsten Tipps

Damit die Transkription effizient und in entsprechender Qualität fertig wird, empfehlen wir jedenfalls folgende Punkte zu beachten:

  • Auswertungsmethode klären: Sobald feststeht, wie die Transkripte ausgewertet werden sollen (qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, etc.) ergibt sich daraus, welche Transkriptionsregeln zu nutzen sind.
  • Transkriptionsregeln wählen: Das einfache Transkript ist häufig ausreichend, eventuell ist jedoch eine inhaltlich-semantische Transkription oder ein Transkript nach Kuckartz nötig.
  • Interviewtermine frühzeitig vereinbaren: Gerade bei Experteninterviews ist die Terminfindung oft eine Herausforderung.
  • Laufend transkribieren lassen: Es müssen nicht alle Interviews geführt sein, bevor mit der Transkription begonnen wird. Sobald ein Interview erledigt ist, kann die Aufnahme transkribiert werden.

Entscheidend ist, die Transkriptionsregeln zu klären, Termine zu organisieren und die Aufnahmen rasch zur Transkription zu übermitteln. Wenn du noch unsicher bist, ob ein KI-Transkript oder eine manuelle Transkription für dich besser passen oder du nicht weißt, welche Transkriptionsregeln du nutzen sollst, kontaktiere uns einfach.

Wir beraten dich gerne vorab kostenlos und unverbindlich hinsichtlich der Transkriptionsregeln und der Transkriptionsmethode:

info@transkribieren.at
Tel.: 0043 660 524 55 31

Nach der Transkription sind wir auch mit unserem Coaching zur Auswertung der Transkripte und unserem Lektorats-Service für dich da. So begleiten wir dich bis zur finalen Abgabe deiner wissenschaftlichen Arbeit.