KI-Transkripte: Gier frisst Hirn
Liebe Kundinnen und Kunden,
ausnahmsweise erlaube ich (Matthias, Gründer von Transkribieren.at) mir, diesen Blog für ein paar persönliche Worte zu nutzen, statt zur Kommunikation fundierter Tipps rund um die Transkription:
Gier frisst Hirn – dieses Problem existiert leider schon immer. Und so scheint es auch zu sein, wenn manche glauben, es gäbe (fast) kostenlose KI-Transkripte. Die Auswirkungen dieser dubiosen Kombination aus Gier und Dummheit, können leider fatal sein. Ich sage das in dieser Deutlichkeit, da die Fälle, in denen ich mich über extrem unseriöse Angebote wundere, zuletzt deutlich zugenommen haben. Noch mehr wundert mich, dass vermeintlich intelligente Menschen auf diese „Angebote“ hereinfallen.
KI-Transkripte sind nichts Böses
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nichts gegen KI-Transkripte. Wir bieten sie sogar selbst an. In mehreren Blog-Beiträgen habe ich erklärt, welche Vor- und Nachteile die manuelle Transkription und KI-Transkripte haben. Neutral und sachlich. Doch mit welcher Dummheit, anders kann ich es nicht sagen, auf unseriöse KI-Angebote hereinfallen, veranlasst mich zu diesem Beitrag.
KI-Transkription: Wenn der Kunde zum Produkt wird
Intensiv beworbene Angebote, bei denen die Rede davon ist, es gäbe „unendliche KI-Transkriptionsminuten“ zum Preis von 10 Euro pro Monat und ähnliche Phantasiebeträge kursieren derzeit. Das klingt gut, oder? Man ist verleitet, es auszuprobieren. Was soll schon schiefgehen, bei dem Preis, richtig?
Was Menschen, die so ein Angebot nutzen, nicht begreifen: Ihr seid das Produkt. Nicht das Transkript ist das Produkt. Es geht um eure Daten – ausschließlich. Eure Aufnahmen, eure Inhalte. Denn unabhängig von Entwicklungskosten, alleine die Kosten für die technische Erstellung des KI-Transkriptes machen es unmöglich, für 10 Euro pro Monat unendliche Minuten anzubieten – es ist schlichtweg nicht möglich.
Wenn ich sage „ihr seid das Produkt“, spreche ich nicht davon, dass Aufnahmen anonym zu Trainingszwecken der KI genutzt werden – damit hätte ich persönlich, als Kunde, kein Problem. Das wahre Problem ist der Kontrollverlust. Es gibt KI-Transkriptionsanbieter ohne Impressum, bei denen unbekannt ist, in welchem Land sie sich überhaupt befinden. Sitzen sie beispielsweise in China, gelangen die Daten nicht unbedingt „nur“ zu einem dubiosen Unternehmen. Denn dort darf auch der Staat auf jegliche Firmendaten frei zugreifen. Das nur als kurzes Beispiel, wie weitreichend die Entscheidung ist, Daten einfach planlos irgendwohin zu senden.
Datenschutz ist auch bei Bachelor und Masterarbeiten wichtig
Bei vielen Bachelor- und Masterarbeiten werden interessante Personen interviewt. Sie geben tiefe Einblicke in unternehmerische Abläufe und ihr persönliches Fachwissen. Viele Abschlussarbeiten werden für die Publikation gesperrt, um die Geheimhaltung sicherzustellen. Interviewpartnern wird die Vertraulichkeit zugesichert. Doch dann kommt die Gier – und statt ein professionelles Transkript in Österreich anfertigen zu lassen, wird der gesamte Inhalt an wen auch immer gesendet. Ohne Kontrolle und scheinbar ohne einer Sekunde des kritischen Denkens – und wer dazu nicht fähig ist, sollte vielleicht ohnehin nicht studieren. Davon, dass die Qualität absolut minderwertig ist (das teste ich regelmäßig selbst mit inhaltlich belanglosen Test-Audios), gehe ich nicht erst näher ein.
Mein Aufruf ist einfach: Die meisten Studierenden haben es heute bereits um ein Vielfaches leichter als früher. Nur wenige müssen noch 600 Minuten aufnehmen (früher eine übliche Vorgabe), die Abschlussarbeit wird teilweise von KI formuliert, ein Bibliotheksbesuch ist für die Recherche längst nicht mehr nötig, die korrekte Zitierweise erledigt weitgehend Software – ein Studium wird zur immer plumperen Übung. Diese Entwicklung ist fragwürdig, aber dafür können Studierende nichts – die Universitäten erlauben all das. Aber seid doch bitte nicht so dumm, eure Daten auch noch völlig unseriösen Dritten zu übergeben.
Wer die Kosten für ein manuelles Transkript (kalkuliert mit ca. € 20 / Arbeitsstunde) zu teuer empfindet, kann eine heimische KI-Lösung nutzen. 600 Audiominuten kosten dann gerade einmal 199 Euro netto. Wer da lieber nochmals vermeintlich ein paar Euro spart, um Aufnahmen in die weite Welt hinaus zu schicken, verhält sich respektlos gegenüber den Interviewpartnern, die sich auf eine korrekte Abwicklung verlassen.
Es ist okay, wenn andere Anbieter günstiger sind als wir oder vielleicht einmal schneller liefern können. Es gibt genug zuverlässige Transkriptionsdienstleister in Österreich und es ist okay, wenn wir manche Aufträge an diese verlieren. Doch bitte sendet keine Dateien an völlig undurchsichtige Marktteilnehmer, bei denen nicht die Transkription, sondern ihr selbst das Produkt seid.
Wer seriös Transkripte beauftragen möchte, egal ob manuelle Transkription oder KI-Transkription, kann sich gerne bei uns melden.